Braumüller

ISBN-13: 978-3-99200-252-8

erscheint: 02.12.2019

Seiten: ca. 400

Format: 11,50x18,40

Ausgabe/Einband: Buch / gebunden

Thema: Literatur Übersetzungen

Warengruppe VLB: 1112

Schlagworte: Kristufek; Haus; Familiensaga; Slowakei; Tschechoslowakei; Kraetsch; CSSR; Wende; 1989; Revolution

Preis: € 26,00

Das Haus des tauben Mannes

Peter Kristufek | übersetzt von Mirko Kraetsch

Die Auflösung seines Elternhauses ist für Adam Trnovský Anlass, sich an seine Kindheit, seine Eltern, sein Leben in der Slowakei zwischen den 1930er- und 1990er-Jahren zu erinnern. In umfangreichen Rückblenden wird so nicht nur eine Familiengeschichte erzählt, sondern auch vieles über den Alltag in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit, im faschistischen slowakischen Staat, in der realsozialistischen .SSR und während und nach der Samtenen Revolution vom November 1989. Im Zentrum steht Adams Vater: Alfonz ist Allgemeinmediziner und versucht sein ganzes Leben lang, den Eindruck zu wahren, ein glücklicher, erfolgreicher und zufriedener Mensch zu sein, dem die Realität mit all ihren Abgründen nichts anhaben kann. Die Wirklichkeit sieht allerdings anders aus. Zwar ist er immer bestrebt, Entscheidungen mit halbwegs reinem Gewissen zu treffen, doch klappt das nicht immer, und leicht ist es auch nicht, zum Beispiel im Umgang mit der jüdischen Familie seiner Frau. Alfonz' moralischer Fehltritt führt zu Erpressung und Ausnutzung durch die kommunistische Geheimpolizei. Um keine Vorwürfe mehr hören zu müssen – nicht von seinen Kindern, nicht einmal von seinem eigenen Gewissen –, verliert Alfonz Trnovský allmählich sein Gehör, was letztlich auch seinen Charakter verändert.
Peter Krištúfek hat mit leichter Hand einen großen Roman über ein Haus in einer slowakischen Kleinstadt geschrieben. Eine Geschichte von Vätern und Söhnen und von Freundschaft und Vertrauen in den turbulenten Zeiten des mitteleuropäischen 20. Jahrhunderts.

Über den Autor/die Autorin


© Katarína Hlincíková
Peter Kristufek
Peter Krištúfek (1973–2018) war Schriftsteller, Dichter und Regisseur. Er studierte Film- und Fernsehregie an der Akademie für Darstellende Kunst in Bratislava, schrieb elf Romane und eine Gedichtsammlung, arbeitete als
Radiomoderator, führte Fernsehdokumentationen über Literatur, Bücher und Kunst und drehte den Spielfilm Die lange kurze Nacht. 2002 gewann er den Ivan-Krasko-Preis für sein literarisches Debüt The Inexact Place. Zu seinen bekanntesten Werken gehören: The Prompter (2008), Outside of Time (2009), Twins and Antipodes
(2010), The House of the Deaf Man (2012), The Atlas of Forgetting (2013), Ema and the Hawkmoth (2014), Bodies (2016) und sein letztes Werk, Lady Xanax, Mr. Snow White, and Me (2018).