Braumüller

ISBN-13: 978-3-99100-163-8

erschienen: 01.10.2015

Seiten: 256

Format: 14,80x21,00

Ausgabe/Einband: Buch / gebunden

Thema: Gesellschaft, Politik & Wissen

Warengruppe VLB: 1557

Schlagworte: Israel; Naher Osten; EU; Zionismus; Zweistaatenlösung; Antsemitismus; Nationalgefühl; Demokratie; Menschenrechte; Holocaust

Preis: € 21,90

Israel

Ausnahme- oder Normalstaat | Anton Pelinka

Der Staat Israel ist letztlich ein Produkt des europäischen Antisemitismus, welcher bei den Juden ein Nationalgefühl und den Wunsch nach einem eigenen Staat provozierte. Der
entscheidende letzte Anstoß für den Beschluss der Vereinten Nationen von 1947, das britische Mandatsgebiet Palästina zu teilen und damit die Grundlage für die Unabhängigkeitserklärung
Israels 1948 zu schaffen, war der Holocaust, der dem Zionismus ein besonderes moralisches Gewicht verlieh. Der Autor argumentiert, dass dieser Konnex mit dem Holocaust für Israel ambivalente Konsequenzen hat. Das vor allem in Europa und Nordamerika herrschende Gefühl einer besonderen Verpflichtung gegenüber Israel wird begleitet von Maßstäben, die nur für Israel zu gelten scheinen. Die religiöse Toleranz in Israel wird nicht verglichen mit den entsprechenden Mängeln etwa in Saudi Arabien, und Israels demokratische Standards werden kaum an den Diktaturen und Halb-Diktaturen in Israels unmittelbarer Umgebung gemessen.
Trotz dieser Umstände sind die Boykottaufrufe gegen Israel sehr viel lauter als Boykottaufrufe gegen die autoritären Regime im Nahen Osten. Israel sollte sich, so der Tenor des Buches, allmählich von der existenziellen Verbindung mit dem Holocaust lösen und darauf pochen, dass Demokratie und Menschenrechte in keinem anderen Staat der Region so verankert sind wie im Staat der Juden.

Über den Autor/die Autorin


© Daniela Klemencic
Anton Pelinka
Anton Pelinka ist langjähriger Autor und Herausgeber im Braumüller Verlag. 1975–2006 o. Univ. Prof. für Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck, von 2006–2018 Prof. of Nationalism Studies and Political Science an der Central European University in Budapest.