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Helga Amesberger, Brigitte Halbmayr
Das Privileg der Unsichtbarkeit Rassismus unter dem Blickwinkel von Weißsein und Dominanzkultur
Studienreihe Konfliktforschung, Band 22. Herausgegeben von Anton Pelinka, Ilse König
„Rassen gibt es“, schreibt Anton Pelinka in seinem Vorwort, „weil es Rassismus gibt.“ Ein Beitrag zur Rassismusforschung, der sich mit den real Stärkeren beschäftigt, deren Dominanz sich nicht nur in einem alltäglichen Rassismus ausdrückt, sondern auch in der Definitionsmacht über alles, was gesellschaftlich relevant ist.
Aus einer zumindest in Europa noch ungewöhnlichen Perspektive wendet die kritische Weißseinsforschung den Blick von den Objekten hin zu den Subjekten von Rassismus. Weißsein wird darin als eine weiße, also unbeschriebene Fläche der Dominanzkultur beobachtet, die in ihren Besonderheiten nicht markiert wird, sondern als ein quasi unsichtbares Privileg besteht. Rassismus erschließt sich unter diesem Blickwinkel als Folge einer bestimmten Wahrnehmung eigener und fremder Identitäten, und „Rasse“ als ein Konstrukt, das aus sozialen und kulturellen Unterschieden biologische Differenzen macht, um Machtverhältnisse zu rechtfertigen. Weiß ist, wer als weiß gilt. Schwarz ist, wer auffällig ist, weil nicht selbstverständlich akzeptierter Teil der Dominanzkultur.
Das Privileg der Unsichtbarkeit beschäftigt sich in diesem Zusammenhang unter anderem mit der Geschichte des Antijudaismus und des Antisemitismus, des Antiislamismus und Antiziganismus, aber auch des sexistischen Rassismus und liefert damit die erste deutschsprachige Studie zum Forschungsfeld der in den USA bereits verbreiteten Critical Whiteness Studies unter Gegenüberstellung des Dominanzkulturansatzes. Beide Modelle werden der europäischen Rassismusforschung entscheidende Impulse geben.
"Nach der Lektüre des Buches weiß man: Mit dem Entfernen von rassistischen Parolen an Wiener Wänden ist es wohl nicht getan. Rassismus kann nicht bekämpft werden, indem bei den Effekten und Symptomen dieser Herrschaftspraxis angesetzt wird, notieren die Autorinnen. Es gelte, die grundlegenden und den Rassismus reproduzierenden Strukturen zu verändern. Ihr Buch hilft beim Verstehen dieser Strukturen." Lisa Mayr im Falter vom 27.2.2009
Kategorie: Soziologie
Erschienen 2008
Kart., 208 Seiten ISBN: 978-3-7003-1673-2
Einzelpreis:
24.90 EUR
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