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Anton Pelinka, Hubert Sickinger, Karin Stögner
Kreisky - Haider Bruchlinien österreichischer Identitäten
Was haben Bruno Kreisky, Jörg Haider und die österreichische Identität miteinander zu tun? In ihren Biografien repräsentieren Kreisky und Haider die wohl entgegengesetztesten Pole österreichischer Zeitgeschichte. Anhand dieser Fallstudien machen sich die AutorInnen auf die Suche nach dem österreichisch-jüdischen Verhältnis mit seinen oft gebrochenen Identitäten.
„Kreisky verleugnete nie seine jüdischen Wurzeln. Dennoch entsprach seine Parteinahme für den SS-Offizier Friedrich Peter und gegen Simon Wiesenthal einer Geschichtsinterpretation des ,Schlussstrichs‘. Haider hätte Peter nicht besser verteidigen und Wiesenthal nicht deutlicher kritisieren können als dies Kreisky tat.“ Die Autoren
Identitätsfindung
Ein Buch, das die wohl markantesten Politiker der Zweiten Republik miteinander in Beziehung setzt: Bruno Kreisky und Jörg Haider. Denn eines verbindet diese beiden so unterschiedlichen Protagonisten: Weder Kreisky noch Haider hielten sich an das offizielle Narrativ österreichischer Geschichtsschreibung. Kreisky, indem er für einen in Kriegsverbrechen Verstrickten Partei ergriff. Haider, indem er die „Kriegsgeneration“ als die eigentlichen Opfer deklarierte.
Die Bruchlinien österreichischer Identitäten verlaufen entlang der Diskurse über die österreichische Vergangenheit. Eine Reihe von Entlastungs- und Entschuldungsmechanismen prägen diese Diskurse, in deren Zentrum die Vorstellung von Österreich als „Opfer Hitlers“ steht. Darin liegt auch eine Abwehr der Verantwortung von Seiten des offiziellen Österreich. Die Last der nicht eingestandenen Schuld verleiht dem österreichischen Identitätskonzept einen porösen Charakter. Die Wiederkehr der verdrängten Schuld manifestiert sich als Ressentiment, als sekundärer Antisemitismus ebenso wie als übertriebener Österreichpatriotismus oder als gleichermaßen undifferenzierte Ablehnung der österreichischen Nation.
"Tiefgehend und scharfsinnig." (Die Furche vom 15.05.2008)
"Bruno Kreisky, Jörg Haider und die österreichische Identität - was hat das miteinander zu tun? Nicht viel, auf den ersten Blick. Deswegen ist es auch ein ziemlich mutiges Projekt, ein Buch zu publizieren, das den Anspruch stellt, die beiden markantesten Politiker der Zweiten Republik nicht nur zu beschreiben, sondern sie auch in Beziehung zueinander zu setzen - und daraus Rückschlüsse auf das Selbstverständnis der Nation zu ziehen. Je gewagter die These, umso besser, wenn Herausgeber und Autoren von einem soliden wissenschaftlichen Fundament aus argumentieren können. Das ist bei dem soeben erschienene Band "Kreisky Haider. Bruchlinien österreichischer Identitäten" mit Sicherheit der Fall." (Barbara Toth im Falter vom 23.5.2008)
Kategorie: Politik
Erschienen 2008
Kart., 256 Seiten ISBN: 978-3-7003-1644-2
Einzelpreis:
24.90 EUR
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